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Wie sich unsere Welt verändert, spiegelt sich in neuen Worten.
Was steckt hinter den Begriffen?


Quelle: Zeitschrift Emotion, Text: O. Albers

 

 

A

ALNATURA

Erstes Bio-Label für die Masse. Wird in Drogeriemärkten vertrieben, das Sortiment umfasst heute 950 Produkte. Eigene Läden seit den 90er Jahren, Aber: Alnatura kostete viele kleine Bio-Läden die Existenz. Und: Nicht alle Bio-Produkte sind nachhaltig (z.B. Honig aus Mexiko).

B

BLAUER ENGEL

Das erste Umweltzeichen initiiert vom Umweltministerium, für alle Produkte außer Lebensmittel. Im Startjahr 1978 wurden damit sechs Artikel ausgezeichnet, heute 11500 Produkte. Der Engel bedeutet nicht, dass ein Produkt ökologisch nachhaltig ist, sondern nur, dass es besser ist als ähnliche Produkte.

BIO

Nur Produkte, die das sechseckige Bio-Siegel tragen, sind aus kontrolliert ökologischem Anbau. Das Siegel verrät nichts über soziale und ethische Hintergründe bei der Herstellung eines Produktes. www.bio-siegel.de

C

CO2-RECHNER

Kohlendioxid, kurz CO2, ist ein natürliches Gas, das auch ausgestoßen wird, wenn zur Energiegewinnung Erdgas, Erdöl oder Kohle verbrannt werden. Gilt als Mitverursacher der Erderwärmung. Wie hoch der CO2-Ausstoß z.B. pro Stunde am Laptop (ca. 12g) oder bei kurzem Haareföhnen (ca.47g) ist, lässt sich mit CO2-Rechnern ermitteln. Etwa www.naturefund.de/CO2Rechner

D

DEMETER

Markenzeichen der Öko-Pioniere für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise. Tierhaltung gehört dazu, um ökologisch düngen zu können. 1400 Landwirte arbeiten in Deutschland nach den Richtlinien. Produkte gibt es vor allem in Bio-Läden.

E

ELEKTROAUTO

Wird gerade zum Allheilmittel verklärt, um unseren Fortbewegungsdrang auch bei ausgehendem Öl-Ressourcen zu befriedigen. Aber Elektroautos brauchen Strom, der nisher nicht komplett nachhaltig gewonnen wird. Lieblingsprojekt der Lohas: der Rennflitzer von Tesla.

F

FAIRTRADE

Siegel für Waren (meist aus Entwicklungsländern), für die die Erzeuger mehr erhalten als auf dem Weltmarkt üblich. Ziel: gerechte Löhne. Klassische Fairtrade-Produkte: Kaffee, Tee, Bananen, Kakao, aber auch Teppiche. Nicht immer mit ökologischen Interessen vereinbar. Infos: www.fairtrade.de

G

GREEN GLAMOUR

Bio-Fashion oder vegane Kleidung, die chic und glamourös daherkommt.

GREEN WASHING

Sich ein ökologisches Image verpassen, auch wenn der Konzern oder das Produkt wenig mit öko zu tun haben. Strategie von Großkonzernen, die sich mit meist befristeten Aktionen für die Rettung des Regenwalds oder seltene Tierarten einsetzen.

GÜTESIEGEL

Sollen Überblick verschaffen. Dabei verliert man den eher im Siegel-Dschungel: Neben den größeren (Bio, Blauer Engel, Fairtrade) gibt es auch kleinere wie „Flower Label“ für sozial- nd umweltpolitisch korrekte Schnittblumen, „Natureplus“ in der Bauindustrie oder „Oeko-Tex Standard 100“ im Textilbereich. Unbedingt vor dem Kauf genauer mit dem Siegel beschäftigen, manchmal stecht nicht so viel dahinter. Infos z.B. bei www.label-online.de

H

HAUSMÜLL

Ungefähr 450kg Müll produziert der Deutsche im Schnitt pro Jahr; 37,2 Millionen Tonnen bundesweit. Seit Jahren bleibt die Zahl fast gleich, dabei gilt die Müllvermeidung immer noch als größtes Ziel in der Abfallpolitik.

K

KLIMANEUTRAL

Wenn durch den Entstehungsprozess keine Treibhausgase ausgestoßen (insbesondere CO2) oder die Gase an andere Stelle wieder eingespart werden. Allerdings ist allein durch die Transportmenge fast kein Produkt klimaneutral.

M

MSC-SIEGEL

Siegel des Marine Stewarshi Councils für nachhaltigen Fischfang. Greenpeace gehen die Regeln nicht weit genug. Zur Erinnerung, Rotbarsch, Scholle, Kabeljau sind tabu, weil leider vom Aussterben bedroht.

N

NACHHALTIGKEIT

Ursprünglich Begriff aus der Forstwirtschaft, der schon 1753 das Prinzip beschrieb, den Wald für die Holzgewinnung zu nutzen, ihn aber regenerieren zu lassen. Inzwischen wird der Begriff für alle Bereiche angewendet, die diesem Grundprinzip folgen – ökologische, soziale und ökonomische. Seit Ende der 90er Jahre taucht der Begriff Nachhaltigkeit in jedem Parteiprogramm auf.

O

ÖKOLOGISCHER FUSSABDRUCK

Rechnet die Ressourcen, die wir verbrauchen, auf die Fläche um, die für deren Bereitstellung nötig ist. 5,9 Hektar braucht der Deutsche im Durchschnitt. Damit alle weltweit gleich leben könnten, wären aber nur 1,9 Hektar pro Mensch erlaubt. www.footprint-deutschland.de

ÖKOSTROM

Energie, die vor allem aus Wind- und Wasserkraft gewonnen wird. Konsumenten können mit dem Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter erneuerbare Energien unterstützen.

R

RESSOURCENKNAPPHEIT

Erdöl und Metalle sind begrenzte Rohstoffe und werden in absehbarer Zeit aufgebraucht sein.

S

SAISONAL KONSUMIEREN

Produkte nur zu der Jahreszeit kaufen, in der sie in der Nähe reifen. Bei uns: junge Kartoffeln im Frühsommer, Erdbeeren im Sommer, Kohl und Rüben im Winter, Kellerkartoffeln ganzjährig.

SWEATSHOPS

Fabriken, in denen Menschen zu Niedriglöhnen arbeiten – oft unter ungesunden oder gefährlichen Arbeitsbedingungen. Auch Ausbeutungsbetriebe genannt. Markenfirmen, die dort fertigen lassen, argumentieren, dass sie meist mehr als andere Betriebe der jeweiligen Region zahlen.

STRATEGISCHER KONSUM

Bewusstes Einkaufen von Bio- oder Fairtrade-Produkten in der Hoffnung, Konzernen zu signalisieren, dass man bereit ist, mehr Geld für ein ethisch korrektes Produkt zu bezahlen.

T

TEMPOLIMIT

Ab 100km/h steigen der Spritverbrauch und Schadstoffausstoß eines Autos deutlich an. DER ADAC ist gegen ein Tempolimit, das Umweltbundesamt dafür.

V

VIRTUELLES WASSER

Wasserverbrauch, der im Produktionsprozess eines Artikels entsteht. Eine Tasse Tee zum Beispiel verbraucht auf dem Weg in unsere 0,2l Tasse circa 30 Liter Wasser.

W

WEGWERFGESELLSCHAFT

Wir! Weil wir z.B. Dinge wie Kleidung oder Elektrogeräte wegwerfen, statt sie auszubessern oder zu reparieren („lohnt sich nicht“). Auch: der hohe Verbrauch von Einmal-Artikeln wie Rasierer, Tüten, Windeln.

Z

ZWIESPALT

Laut Duden: inneres Uneinssein. Hier: mit gutem Gewissen leben wollen, gleichzeitig um die Lage der Welt und Umwelt wissen und trotzdem Teil der Konsumgesellschaft sein.